Gastvortrag von DHL: Nachhaltige Logistik im globalen Maßstab

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2026
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Min. Lesezeit
Kategorie |
Gastvorträge
Autor:

Redaktion CBS International Business School

Fachlicher Prüfer:
Prof. Dr. Ulrich Anders
Katharina Tomoff, SVP Global ESG bei DHL Supply Chain, hält einen Gastvortrag zu nachhaltiger Logistik an der CBS International Business School

Gastvortrag von Katharina Tomoff (DHL Supply Chain) an der CBS International Business School: Burn less, burn cleaner, Vermeidungskosten und E-Mobilität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Format: Gastvortrag im Rahmen der CBS Guest Lecture Series
  • Referentin: Katharina Tomoff
  • Position: SVP Global Environment, Social & Governance
  • Unternehmen: DHL Supply Chain (DHL Group)
  • Branche: Logistik / Kontraktlogistik
  • Themenfokus: Dekarbonisierung der Logistik, Vermeidungskosten (Abatement Cost), Elektrifizierung und Ladeinfrastruktur
  • Praxisbeispiel: HVO aus Altspeiseöl als emissionsärmere Alternative für bestehende Dieselfahrzeuge
  • Praxisbezug: Der Vortrag zeigt, wie reale Unternehmensperspektiven systematisch in die Studienprogramme der CBS International Business School integriert werden.

Nachhaltige Logistik zwischen Klimaziel undWirtschaftlichkeit

Praxisnahe Einblicke aus der Wirtschaft sind ein zentraler Bestandteil des Studienkonzepts an der CBS International Business School. In der CBS Guest Lecture Series berichten regelmäßig Führungskräfte und Expert:innen über aktuelle Entwicklungen in Unternehmen und Märkten.

Im Rahmen dieser Reihe begrüßte die CBS International Business School Katharina Tomoff, SVP Global Environment, Social & Governance bei DHL Supply Chain, auf dem Campus Köln. Gastgeber war Prof. Dr. Ulrich Anders. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich globale Logistik nachhaltiger gestalten lässt, ohne operativ und wirtschaftlich an Tragfähigkeit zu verlieren.

Mehr als Paketzustellung: Logistik mit vielen Gesichtern

Zum Einstieg zeigte Katharina Tomoff, wie breit das Geschäft von DHL aufgestellt ist. Unter dem Leitgedanken „Connecting People. Improving Lives.“ umfasst es weit mehr als die Paketzustellung:

  • Express-Sendungen
  • Luft- und Seefracht
  • Straßentransport
  • Lagerlogistik und Supply-Chain-Lösungen
  • E-Commerce und Zustellung auf der letzten Meile

Tomoffs eigener Unternehmensbereich, DHL Supply Chain, beschreibt sich als weltweit führender Kontraktlogistikdienstleister. Jeder dieser Bereiche stellt eigene Anforderungen an Fahrzeuge, Energie und Infrastruktur und braucht deshalb eigene Nachhaltigkeitslösungen. Ein Frachtflugzeug lässt sich nicht auf dieselbe Weise dekarbonisieren wie ein Zustellfahrzeug in der Innenstadt oder ein Lager.

Burn less, burn cleaner: zwei Hebel für weniger Emissionen

Den Weg zu weniger Emissionen beschrieb Tomoff in zwei Schritten. Der erste Hebel lautet Burn less: weniger Kraftstoff verbrauchen, zum Beispiel durch

  • intelligentere Netzwerke
  • Routenoptimierung
  • Co-Loading, also die gemeinsame Auslastung von Transportkapazitäten
  • effizientere Fahrzeuge

Der zweite Hebel heißt Burn cleaner: der Umstieg auf sauberere Energieträger wie Strom, nachhaltige Kraftstoffe und Wasserstoff. Dabei gibt es keine Einheitslösung. Nachhaltige Technologien müssen im Alltag funktionieren. Reichweite, Nutzlast, Infrastruktur, lokale Verfügbarkeit und die sogenannte Green Premium, also der Aufpreis der klimafreundlicheren Option, entscheiden, welche Lösung zu einem konkreten Einsatz passt.

Ein Beispiel aus dem Vortrag ist HVO (Hydrotreated Vegetable Oil). Der Kraftstoff lässt sich aus Abfallölen wie gebrauchtem Speiseöl herstellen und bietet für viele bestehende Dieselfahrzeuge eine praktikable, emissionsärmere Alternative.

Nachhaltigkeit in Zahlen: Vermeidungskosten alsEntscheidungsgrundlage

Wie entscheidet ein Unternehmen, welcheMaßnahme sich lohnt? Ein zentrales Konzept im Vortrag waren die Vermeidungskosten (Abatement Cost): die Kosten, die anfallen, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Ob eine Lösung wirtschaftlich tragfähigist, hängt von mehreren Faktoren ab: der Technologie, ihrer lokalen Verfügbarkeit, der vorhandenen Infrastruktur und der Höhe der Green Premium. Für Studierende ist das eine wichtige Erkenntnis: Nachhaltigkeit steht im Unternehmen nicht im Gegensatz zur Betriebswirtschaft, sondern wird mit denselben Maßstäben bewertet wie jede andere Investition.

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Elektromobilität braucht Infrastruktur

Wie unterschiedlich die Ausgangslage sein kann, zeigte Tomoff am Beispiel der Elektrifizierung. Einen Transporter zu elektrifizieren, der jede Nacht ins Depot zurückkehrt, ist eine ganz andere Aufgabe als die Elektrifizierung eines Lkw im Fernverkehr. Ladezeit, Leistungsbedarf, Reichweite und Ladeinfrastruktur sind deshalb genauso wichtig wie das Fahrzeug selbst.

Auf der letzten Meile setzt die DHL Group dabei klare Ziele: Bis 2030 will der Konzern 66 % seiner Zustellfahrzeuge auf der letzten Meile elektrifizieren und bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen erreichen. Im Fernverkehr dagegen hängt der Umstieg stärker davon ab, wie schnell Ladeinfrastruktur und alternative Antriebe verfügbar werden.

Unternehmenspraxis systematisch im Studium verankert

Der Gastvortrag von DHL steht exemplarisch für das Konzept praxisnah studieren an der CBS International Business School.

In unseren wirtschaftswissenschaftlichen Programmen ist die Verzahnung mit realer Unternehmenspraxis systematisch verankert durch:

  1. ‍Business Projects mit realenstrategischen und operativen Herausforderungen aus Partnerunternehmen‍
  2. Regelmäßige Gastvorträge von Führungskräften und Branchen expert:innen‍
  3. Conventions mit Raum für interdisziplinäres Lernen und praxisnahe Leadership-Erfahrungen‍
  4. Fallstudien und Simulation Games zur Bewältigung typischer Probleme von Unternehmen‍
  5. Verpflichtende Praktika zur Anwendungfachlicher Kompetenzen im Unternehmenskontext‍
  6. Duale Studienformate mit kontinuierlicher Integration in betriebliche Strukturen
  7. Ein Netzwerk von über 1.300 Partnerunternehmen aus unterschiedlichen Branchen

Diese strukturierte Integration ermöglicht es Studierenden, wirtschaftliche Fragestellungen nicht nur analytisch zu durchdringen, sondern unter realen Marktbedingungen fundierte Entscheidungen zu entwickeln.

Wer sich für ein Studium an der CBS International Business School entscheidet, erhält neben der wissenschaftlich fundierten Ausbildung auch die Möglichkeit, früh Sicherheit im professionellen Kontext zu gewinnen – im Team, im Unternehmen und vor den Menschen, die Verantwortung tragen.

Mit Projekten wie diesem unterstreicht die CBS International Business School ihren Anspruch, praxisnahes Studieren systematisch in den Studienprogrammen zu verankern und Studierende gezielt auf Führungs- und Expertenrollen in der digitalen Wirtschaft vorzubereiten.

Fazit: Handeln statt warten

Der Gastvortrag zeigte, dass nachhaltige Logistik kein einzelnes Technologieprojekt ist, sondern ein Zusammenspiel aus Technologien, operativen Verbesserungen und klugen Investitionen. Katharina Tomoff brachte das auf eine klare Botschaft: „We will do something, we will not wait.“ Lösungen gehören schon heute in die Praxis, nicht erst dann, wenn die perfekte Technologie verfügbar ist.

Studierenden bot die Veranstaltung wertvolle Einblicke in die Dekarbonisierung globaler Lieferketten und ein realistisches Bild der Arbeit an der Schnittstelle von ESG, Operations und Finance in der Logistikbranche.

Gastvorträge wie dieser sind fester Bestandteil der CBS Guest Lecture Series und des CBS NXT GEN-Studiums: In den wirtschaftsorientierten NXT GEN-Bachelorstudiengängen besuchen Studierende alle 14 Tage Gastvorlesungen als Teil ihres Curriculums.

Herzlichen Dank an Katharina Tomoff für diese spannenden Einblicke und an Prof. Dr. Ulrich Anders für die Organisation des Vortrags!

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